1300 bis 1820: Vom Rittergut zur Kunstakademie

Bereits um 1300 soll ein Ritter Kunibert von der Burg Volmarstein auf diesem Adelssitz gelebt haben.

Das Rittergut war – wie die Burg Volmarstein auch – eng mit dem Erzbischof in Köln verbunden. Bereits 1324 wurde sie vom Grafen von der Mark erobert und zerstört.

In der ersten urkundlichen Erwähnung kaufte Henrich von Hoete zu Hove um 1450 das bestehende Gut. Im Jahr 1561 wurde das Herrenhaus erweitert; das belegt die gemeißelte Gravierung an einem der beiden Erker an der Südseite.

Die Adligen von Schwachenberg kauften 1745 den Besitz für 6802 Taler und 4 Stüber von der preußischen Krone.

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1820 bis 1845: Henriette von Schwachenberg und Hoffmann von Fallersleben – die unerfüllte Liebe

Im März des Jahres 1820 entschloss sich August Heinrich Hoffmann, bekannt als Hoffmann von Fallersleben (der Dichter des Deutschlandliedes), von Bonn aus zu seiner Familie nach Fallersleben zu wandern.

Mit leichtem Gepäck und voller Übermut machte er sich zusammen mit Wilhelm Hengstenberg auf den Weg. Man sah ihnen wohl an, dass sie Studenten auf Wanderschaft waren: Schirmmütze, Halstuch, deutscher Rock, ein mächtiger Ziegenhainer, eine kurze Pfeife mit schwarz-rot-goldenen Quasten und ein auf die Brust herabhängender Tabaksbeutel.

Fröhlich gelangten sie in unser schönes Wetter an der Ruhr – der Heimat Wilhelm Hengstenbergs – und von dort auf das benachbarte Gut Haus Hove. Die Dame des Hauses, Henriette von Schwachenberg, empfing die beiden Freunde sehr freundlich. Sie hatte nach einer Ehescheidung ihren Mädchennamen wieder angenommen und lebte nun mit den zwei kleinen Kindern bei ihrem verwitweten Vater.

In einem Brief an Hoffmann schreibt sie: „Wir Weiber sind wahrlich nicht zu beneiden! Unser Glück ist schon groß, wenn wir nicht unglücklich sind.“ Hoffmann begann, die um 5 Jahre ältere Frau ernsthaft zu lieben. Er umwarb sie aufrichtig, stieß aber auf vorsichtige Zurückhaltung. Sie empfand große Zuneigung zu dem jungen Mann, konnte sich jedoch äußeren Zwängen und ihren negativen Erfahrungen nicht entziehen. Enttäuscht zog sich Hoffmann zurück.

1842 hatte Henriette, die wieder heiratete, aber auch weiterhin Hoffmanns Leben und Wirken interessiert verfolgt hatte, von der Absetzung als Professor der Universität und von der Ausweisung aus Breslau erfahren. Sie schrieb ihm sofort und bot ihm – auch finanzielle – Unterstützung an. 1844 trafen sich beide in Bad Soden. Dabei lernte Hoffmann auch den 2. Gemahl Henriettes, den Juristen Gustav Foerster, kennen. Ein Jahr später, im Dezember 1845, stirbt sie.

Zurück blieb eine dauerhafte Freundschaft zwischen Foerster und Hoffmann von Fallersleben.

 

1871 bis heute

Nach einem Brand im Jahre 1871 wurde das Wohngebäude neu errichtet. Ältere Teile der Anlage sind der so genannte Schafstall und der Rundturm.

Durch vermutlich aus den 1970er Jahren stammende Bausünden ist die Sicht auf das Gutshaus von den meisten Seiten aus durch Wohnbebauung versperrt, so dass der architektonische Reiz der Gebäude selbst Ortskundigen meist entgeht.

Seit dem 1. Mai 2008 ist Haus Hove die Heimat unserer Kunstakademie Wetter (Ruhr).