03_04_03_bigZielgruppe und Voraussetzungen

Der Abendkurs Kunstgeschichte richtet sich an kunstinteressierte Laien, die sich in der Geschichte der Malerei fortbilden möchten. Er stellt einen eigenständigen Kurs dar, ist also nicht Teil eines übergeordneten Studiengangs. Voraussetzung für die Teilnahme ist weder eine eigene künstlerische Tätigkeit noch eine besondere künstlerische Begabung. Kunstgeschichtliches Vorwissen wird ebenfalls nicht vorausgesetzt. Des weiteren werden keinerlei Beiträge der Teilnehmer zum Unterricht in Form von Referaten, Hausaufgaben etc. erwartet. Unterrichtsmaterialien müssen nicht angeschafft werden.

Zeitlicher Umfang des Abendkurses Kunstgeschichte

Der Abendkurs Kunstgeschichte wird im Zwei-Jahres-Zyklus veranstaltet, woraus sich eine Programm von sechs Trimestern ergibt. Jedes Trimester besteht aus drei Unterrichtseinheiten à 120 Min. Der Unterrichtsumfang des gesamten Zwei-Jahres-Zyklus beträgt damit 6 x 3 x 120 Min. = 36 Std.

Kursinhalte

Der Abendkurs Kunstgeschichte behandelt in sechs Trimestern die Geschichte der europäischen Malerei vom 15. bis zum 20. Jahrhundert in chronologischer Folge. Unter Berücksichtigung sowohl der zeitlichen Möglichkeiten als auch der didaktischen Zielsetzung kann dieses Programm selbstverständlich nur Ausschnitte des geschichtlichen Spektrums vermitteln.

Themenübersicht der Trimester für den Abendkurs Kunstgeschichte:

1. Jahr

1. Trimester – 15. Jh.: Europäisches Spätmittelalter und Italienische Renaissance
(Z.B. Dürer, Bosch, Holbein)
2. Trimester – 16. Jh.: Der internationale Manierismus
(Z.B. Botticelli, Leonardo da Vinci, Raffaello, P. Breughel)
3. Trimester – 17. Jh.: Barock
(Z.B. Rubens, Vermeer, Rembrandt, Velazquez)
2. Jahr

4. Trimester – 18. Jh.: Barock, Rokoko, Klassizismus
(Z.B. Watteau, Fragonard, Boucher, Tischbein, Gainsborough, Tiepolo)
5. Trimester – 19. Jh.: Romantik, Historismus, Impressionismus, Naturalismus, Realismus
(Z.B. Ingres, Courbet, Renoir, Monet sowie Einzelphänomene van Gogh, Gauguin, Cézanne)
6. Trimester – 20. Jh.: Klassische Moderne: Kubismus, Expressionismus, Surrealismus, abstrakte Kunst
(Z.B. Picasso, Macke, Dalì, M. Ernst, Kandinsky, Mondrian)

 

03_04_02_bigDer zeitliche Umfang des Abendkurses Kunstgeschichte beträgt pro Trimester drei Unterrichtseinheiten (UE) à 120 Min. Sofern keine fachlichen oder didaktischen Gründe dagegen sprechen, folgen die Unterrichtseinheiten in jedes Trimester dem folgenden Aufbau:

Erste Unterrichtseinheit: Einführung

Die Einführung rekapituliert den Stoff aus dem vergangenen Trimester in Kürze und schafft die Verknüpfung zur gerade zu behandelnden Epoche. Als Einstieg in die anstehende Epoche wird eine in ihrer kunstgeschichtlichen Bedeutung herausragendes charakteristisches Phänomen (eine malerische Errungenschaft, ein geistesgeschichtliches Paradigma, ein historischer Entwicklungsprozess u. a.) ausführlich vorgestellt und in seinen Auswirkungen auf die Kunst begreiflich gemacht.

Zweite Unterrichtseinheit: Künstler und Werke

Die zweite Sitzung stellt ausgesuchte Hauptwerke der Epoche vor. Ziel dieser stilgeschichtlichkünstlermonografischen Herangehensweise ist es, den Teilnehmern die visuelle Bandbreite der Malerei der Epoche vorzustellen und ein Gefühl zu gewinnen für Epochenstil einerseits und Individualstil des Künstlers andererseits.

Dritte Unterrichtseinheit: Aspekte der Kunst des Jahrhunderts

Die dritte Sitzung stellt ausgewählte kunsthistorische Aspekte der Kunst der Epoche in den Vordergrund. Ziel dieser strukturgeschichtlichen Herangehensweise ist es, den Teilnehmern Kunst als geschichtlich bedingtes Produkt der Gesellschaft zu vermitteln. Je nach Epoche werden z. B. Auftraggeber, Funktionen, Gattungen, Zentren oder Institutionen der Kunst in knappen, präzisen Beispielen vorgestellt.

Lehrmittel

Die Unterrichtsform ist eine Kombination aus Vortrag und Seminar, in dem die Teilnehmer sich in Bildanalyse üben, Fragen stellen und das Vorgestellte in ungezwungener Atmosphäre miteinander diskutieren können. Die Lehrinhalte des Kurses werden als Präsentation vorgetragen. Um die wichtigsten Stichworte, Begriffe, Namen und Daten auch noch für eine spätere Beschäftigung zur Hand zu haben, wird ein Thesenblatt ausgeteilt. Eine kursbegleitende Homepage läd zur Wiederholung und Intensivierung des Stoffes ein!

Lernziele03_04_01

Grundüberlegung

Angesichts des begrenzten zeitlichen Rahmens von 36 Stunden Unterrichtsumfang für den gesamten Abendkurs Kunstgeschichte kann ein sinnvolles primäres Lernziel nicht eine möglichst umfassende Präsentation von Realien der Kunstgeschichte sein. Das Konzept des Abendkurses Kunstgeschichte sieht also vielmehr eine Befähigung der Teilnehmer zur selbstständigen Auseinandersetzung mit Kunst vor. Zumindest in dieser Grundüberlegung unterscheidet sich das Konzept für den Abendkurs Kunstgeschichte nicht von den Vermittlungsabsichten universitärer Kunstgeschichtsseminare, wo die Kompetenzvermittlung deutlich vor der Vermittlung von Realienkenntnis rangiert.

Freude an Kunst und Distanzabbau

Die Musealisierung von Kunst, ihre ›Aura‹ und Rätselhaftigkeit sowie ein dem alltäglichen Leben enthobener Kunstbegriff bewirken bei vielen Kunstinteressierten trotz ihres ernsthaften Interesses Berührungsängste mit den Werken. Die (im Unterschied zum reinen Vortrag) gelockerte Seminarform des Abendkurses Kunstgeschichte bindet die Teilnehmer aktiv mit ein, fordert sie kontinuierlich auch zur emotionalen Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk auf. Das gemeinsame Reden über Kunst in gelockerter Atmosphäre nimmt die Scheu vom großen Kunstwerk, wir verlieren den ungeprüft vorgeschossenen Respekt vor dem Werk und treten ihm auf Augenhöhe entgegen. Gerade hierdurch aber wird es erst möglich, den künstlerischen Wert des Werkes zu ergründen und wirklich zu würdigen. Dem Dozenten fällt die Aufgabe zu, sich einfühlend auf das Kommunikationsniveau der Teilnehmer einzulassen und immer wieder selbst als Vorbild für den beschriebenen Distanzabbau zur großen Kunst zu wirken.

Förderung der sprachlichen Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk

Das wichtigste Lernziel ist die Ermutigung zur sprachlichen Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk. Die Teilnehmer sollen das aktive Beschreiben von Kunstwerken als Objektivierungsinstanz und universelles Analysemittel erfahren. Da der Laie die Vielfalt historischer Kunst in der Regel als verwirrend, unzugänglich und unstrukturiert empfindet, sollen die Teilnehmer lernen, sich über die sprachliche Beschreibung und insbesondere den Vergleich von Kunstwerken einer von Vorwissen und werkspezifischen Hintergründen unabhängigen Möglichkeit der Ordnung, Strukturierung und Bewertung von ihnen zuvor völlig unbekannten Kunstwerken zu bemächtigen. Das im Unterricht Erprobte können die Teilnehmer auf ihre individuelle Beschäftigung mit Kunst übertragen.

Vermittlung von Hintergründen und Strukturen

Die moderne Kunstgeschichte hat gelernt, das einzelne Kunstwerk aus seinem einmaligen, konkreten Entstehungszusammenhang zu begreifen, unbeschadet der Annahme historischer Grundstrukturen und Paradigmen als prägende Faktoren; jede tiefer gehende Interpretation eines Einzelwerks kann also nur sehr bedingt als Muster für die Interpretation anderer Werke dienen. Der didaktische Nutzen einer erschöpfenden Werkanalyse ist vor dem Hintergrund des engen zeitlichen Rahmens eher gering.

Ausgehend von dieser Überlegung ist für den Abendkurs Kunstgeschichte die Vermittlung von Einzelwerkinterpretationen zweitrangig gegenüber der Vermittlung eigener Analysekompetenz durch Kenntnis kunsthistorischer Grundstrukturen. Eine tiefer gehende, historische Analyse einzelner Kunstwerke findet daher nur sporadisch statt. Stattdessen sollen möglichst allgemeingültige kunsthistorische Grundstrukturen (z. B. Ikonographie, Mäzenatentum, Entstehung des höfischen Porträts, Hofkünstler u. s. w.) an ausgesuchten Beispielen vermittelt werden. Der Vorteil gegenüber der ›vorgefertigten‹ Einzelwerkinterpretation liegt auch hier darin, das im Kurs Erlernte auf die individuelle Kunstbeschäftigung übertragen zu können.

Mitgestaltung

Die Teilnehmer haben ausdrücklich die Möglichkeit, Wünsche hinsichtlich des Unterrichtsstoffes zu äußern (bestimmte Künstler oder Werke, bestimmte Probleme oder Begriffe u. a.), die dann, soweit sie innerhalb des Konzeptes sinnvoll und vertretbar sind, berücksichtigt werden. Fragen zum Thema und Kritik sind jederzeit willkommen und ausdrücklich erwünscht.

Gebühren

Die Kursgebühren betragen 42 Euro pro Trimester (drei Unterrichtseinheiten á 120 Minuten). Anmeldegebühren fallen nicht an.

Kursbeginn und Termine

Ein Einstieg ist jederzeit möglich! Die Kurse finden am frühen Abend jeden zweiten Mittwoch in der Zeit zwischen 18.30 und 20.30 Uhr statt.

Nehmen Sie doch bei Interesse einfach Kontakt zu uns auf, z.B. per E-Mail oder telefonisch. Gerne beantworten wir Ihre Fragen.